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Gebetsraum ausmessen: So erfassen Sie Maße und Qibla-Richtung für den Moscheeteppich

Länge, Breite, Säulen, Mihrab und Qibla: In sechs Schritten erfassen Sie Ihren Gebetsraum so, dass Anfrage und Angebot auf soliden Maßen stehen.

Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit · Redaktion moschee-teppich.de

Hände messen mit Zollstock und Laser-Entfernungsmesser den Boden eines Gebetsraums aus, daneben eine Grundriss-Skizze
Symbolbild (KI-generiert)

Für eine erste Anfrage genügen Länge und Breite Ihres Gebetsraums sowie eine einfache Skizze. Für die Fertigung braucht es später genaue, freigegebene Maße, inklusive Säulen, Nischen und der Qibla-Richtung. Die folgenden sechs Schritte zeigen, wie Sie beides sauber erfassen. Wann der Teppich bestellt sein sollte, erklärt der Ratgeber zum Zeitplan vor Ramadan.

Das brauchen Sie zum Messen

Mit wenig Material kommen Sie weit. Ein Laser-Entfernungsmesser oder ein langes Maßband, Stift, Papier und ein Smartphone für die Fotos genügen. Messen Sie am besten zu zweit: Eine Person hält das Maßband, die andere schreibt auf und misst die Gegenprobe.

Wichtig: Messen Sie in Bodenhöhe, nicht in Schulterhöhe. Wände sind nicht immer senkrecht, und Fußleisten oder Verkleidungen nehmen Platz weg.

Gebetsraum in 6 Schritten ausmessen

Schritt 1: Länge und Breite messen

Messen Sie die nutzbare Fläche an der breitesten und an der längsten Stelle. Notieren Sie die Maße in Metern mit einer Nachkommastelle, z. B. 14,8 × 9,6 m.

Ist der Raum unregelmäßig, etwa mit Anbau, Vorsprung oder Empore, messen Sie ihn abschnittsweise. Zeichnen Sie dazu eine Skizze und tragen Sie jedes Teilmaß ein.

Messen Sie zusätzlich beide Diagonalen von Ecke zu Ecke. In einem rechtwinkligen Raum sind sie gleich lang. Weichen sie deutlich voneinander ab, ist der Raum schiefwinklig, und das muss in der Planung berücksichtigt werden.

Schritt 2: Säulen, Nischen und den Mihrab erfassen

Tragen Sie in die Skizze ein, was die Fläche unterbricht: Säulen, Vorsprünge, Treppen, Minbar und Mihrab (die Gebetsnische). Notieren Sie von jedem Element die Größe und den Abstand zu zwei Wänden, z. B. „Säule 0,60 × 0,60 m, 3,20 m von der linken Wand, 4,10 m von der Mihrab-Wand“.

Auch Stufen und Podeste gehören dazu, etwa vor dem Minbar oder zur Empore.

Schritt 3: Die Qibla-Richtung markieren

Die Muster eines Moscheeteppichs richten sich nach der Qibla, nicht nach den Wänden. Deshalb verläuft der Teppich in vielen Räumen leicht schräg zur Raumkante, und am Rand muss er an die Wand angepasst werden. Welches Muster zu Ihrem Raum und Ihrer Gebetsordnung passt, steht im Ratgeber Saf, Seccade oder Medaillon.

Nutzen Sie die Richtung, in die Ihre Gemeinde bereits betet, und prüfen Sie sie z. B. mit einer Qibla-App oder einem Kompass. In Deutschland liegt die Qibla grob im Südosten. Kompass und Apps können in Gebäuden durch Stahl und Elektronik abweichen, prüfen Sie deshalb an mehreren Stellen.

Wir treffen dazu keine religiöse Aussage. Welche Richtung gilt, entscheidet Ihre Gemeinde. Markieren Sie sie in der Skizze mit einem Pfeil und halten Sie fest, wie sie bestimmt wurde.

Schritt 4: Türen, Übergänge und den Boden notieren

Halten Sie fest, was beim Verlegen eine Rolle spielt:

  • Türen: Lage, Breite und Türanschlag (zu welcher Seite die Tür aufgeht)
  • Übergänge zu Nebenräumen, Schwellen und Höhenunterschiede
  • Heizkörper und Lüftungsöffnungen
  • Fußbodenheizung: ja oder nein
  • Bodenbelag darunter: Fliesen, Estrich, Parkett oder ein alter Teppich, und ob dieser verklebt ist

Der Boden bestimmt, wie der Untergrund vorbereitet wird. Bei Fußbodenheizung sollten Sie das ausdrücklich angeben, weil sich Verlegeart und Vorbereitung danach richten.

Schritt 5: Fotos machen

Fotos ersetzen keine Maße, aber sie klären viele Rückfragen. Fotografieren Sie:

  • den Raum aus jeder Ecke, in Richtung Mihrab und in Gegenrichtung
  • Mihrab, Minbar und Säulen
  • den aktuellen Boden und seinen Zustand
  • Türen und Übergänge zu Nebenräumen

Legen Sie bei Detailfotos ein Maßband oder einen Zollstock ins Bild. Das macht Größenverhältnisse sofort sichtbar.

Schritt 6: Fläche und Gebetsplätze berechnen

Die Fläche ergibt sich aus Länge × Breite, abzüglich fester Einbauten wie Säulen. Für die Zahl der Gebetsplätze gilt als Faustregel: etwa 1,20 m Reihentiefe und 0,70 m Platzbreite.

Beispiel: Ein Raum mit 15 m in Gebetsrichtung und 10 m Breite ergibt 12 Reihen (15 ÷ 1,20 = 12,5, abgerundet) mit je 14 Plätzen (10 ÷ 0,70 ≈ 14,3, abgerundet). Das sind etwa 168 Gebetsplätze.

Das ist eine Überschlagsrechnung für die Planung, die Sie nach dem Aufmaß verfeinern. Gänge, Säulen, Minbar und Schuhregale verringern die Zahl der nutzbaren Plätze. Frauenbereich und Empore rechnen Sie am besten getrennt.

Häufige Messfehler

Diese Fehler führen am häufigsten zu Rückfragen oder falschen Maßen:

  • Nur an einer Wand gemessen: Räume sind selten exakt rechteckig. Messen Sie an mehreren Stellen und prüfen Sie die Diagonalen.
  • Säulen und Vorsprünge vergessen: Sie fehlen oft in der Skizze, weil man sie täglich sieht und nicht mehr wahrnimmt.
  • Zentimeter und Meter verwechselt: Schreiben Sie immer die Einheit dazu, z. B. 9,60 m statt nur 960.
  • Türanschläge und Schwellen übersehen: Die Tür muss nach dem Verlegen noch frei schwingen.
  • Treppenstufen und Podeste vergessen: Das betrifft z. B. den Minbar oder die Treppe zur Empore.
  • Frauenbereich oder Empore nicht erfasst: Notieren Sie diese Bereiche getrennt, auch wenn sie später mit demselben Teppich belegt werden.
  • Maße aus dem Bauplan übernommen: Pläne weichen vom tatsächlichen Raum oft ab. Messen Sie nach.

Ein einfacher Schutz: Lassen Sie eine zweite Person die wichtigsten Maße noch einmal nachmessen.

Was für die Anfrage reicht und was die Fertigung braucht

Sie müssen nicht alles perfekt haben, bevor Sie anfragen. Die Tabelle zeigt, was in welcher Phase nötig ist. Die verbindlichen Fertigungsmaße werden vor der Produktion schriftlich abgestimmt und von Ihnen freigegeben.

AngabeFür die erste AnfrageFür die Fertigung
Länge × Breitegeschätzt reichtgenau, schriftlich freigegeben
Säulen, Nischen, Mihrabgrob skizziertexakt vermaßt, mit Abständen zur Wand
Qibla-Richtunggrobe Richtungvon der Gemeinde abgestimmt
Türen und ÜbergängeLage und Anzahl nennenMaße, Türanschlag, Höhenunterschiede
Fußbodenheizung und BodenAngabe ja oder neinAngaben zu Bodenbelag und Aufbau
Fotoshilfreichnotwendig

Wenn Sie Ihre Skizze und die Fotos haben, können Sie die Maße über das Anfrageformular senden. Welche weiteren Punkte vor einer Bestellung zu klären sind, listet die Checkliste zum Moscheeteppich-Kauf auf.

Häufige Fragen

Welche Maße brauche ich für die erste Anfrage?
Länge und Breite des Gebetsraums, eine einfache Skizze und einige Fotos reichen aus. Schätzwerte sind für das erste Angebot in Ordnung. Genaue Maße folgen später vor der Fertigung.
Wie berechne ich, wie viele Gebetsplätze in meinen Gebetsraum passen?
Als Faustregel rechnen Sie mit 1,20 m Reihentiefe und 0,70 m Platzbreite. Beispiel: Bei 15 × 10 m ergeben sich rund 12 Reihen mit je 14 Plätzen, also etwa 168 Plätze. Die endgültige Planung folgt nach dem Aufmaß.
Wie lege ich die Qibla-Richtung für den Teppich fest?
Nehmen Sie die Richtung, in die Ihre Gemeinde heute betet, und prüfen Sie sie z. B. mit einer Qibla-App oder einem Kompass. In Deutschland liegt sie grob im Südosten. Welche Richtung gilt, entscheidet Ihre Gemeinde, wir treffen dazu keine religiöse Aussage.
Muss ich Säulen, Nischen und Treppen mit ausmessen?
Ja. Tragen Sie Lage und Maße in Ihre Skizze ein, mit Abstand zu zwei Wänden. So lässt sich der Teppich später passgenau zuschneiden und verlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Aufmaß und Fertigungsmaß?
Das Aufmaß ist die Bestandsaufnahme Ihres Raums und die Grundlage für das Angebot. Die Fertigungsmaße sind die endgültigen Maße, nach denen der Teppich hergestellt wird. Sie werden vor der Produktion schriftlich abgestimmt und von Ihnen freigegeben.

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